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11.05.2009
Vereine im Nationalsozialismus: Bücher zu Hertha BSC und TSV 1860 München

In Berlin wurde die Studie zur Rolle des Hauptstadtklubs im Nationalsozialismus vom Verein selbst in Auftrag zu geben. Daniel Koerfer, Historiker an der FU Berlin, recherchierte in alten Akten, befragte Zeitzeugen und verfolgte die Lebenswege von Tätern und Opfern. Zu diesen Opfern gehörte beispielsweise der langjährige jüdische Vereinsarzt Dr. Hermann Horwitz, der von der SS ermordet wurde. Hertha BSC, Deutscher Meister von 1930 und 1931, war damals im Arbeiterbezirk Wedding beheimatet, das Milieu traditionell eher sozialdemokratisch geprägt. Der Umgang mit dem nationalsozialistischen Regime war dennoch auch bei Hertha BSC mindestens kooperativ und die Vereinsführung selbstverständlich mit Parteibuch ausgerüstet. Das Fazit des Autoren zur Vorstellung des Buches in Berlin lautete dennoch „Hertha war kein Nazi-Club“.
Büchertipp:
Daniel Koerfer
Hertha unter dem Hakenkreuz
Ein Berliner Fußballclub im
Dritten Reich
Anton Löffelmeier
Die »Löwen« unterm Hakenkreuz
Der TSV München
von 1860 im Nationalsozialismus
Beide Bücher sind im Verlag Die Werkstatt erschienen und kosten 19,90 Euro.
Beim TSV 1860 München fordern die Fans, vor allem die „Löwenfans gegen Rechts“, schon seit Langem eine Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der Vereinsgeschichte und lieferten erste Hinweise dazu auf ihrer eigenen Website: „Im Herbst 1930, bei der 70-jährigen Stiftungsfeier, gab sich der Verein betont national und vaterländisch. Schon vor dem Amtsantritt Hitlers unterzeichnete der Verein seine Korrespondenz mit ‚Heil Hitler’“. Umso mehr begrüßen die „Löwenfans gegen Rechts“ es, dass mit dem Buch von Anton Löffelmeier – Mitarbeiter im Stadtarchiv München – nun endlich eine umfassende Arbeit hierzu vorliegt. Die Münchner „Löwen“ zählen zu den wenigen großen Fußballvereinen, die schon vor 1933 eine deutliche Affinität zum erstarkenden Nationalsozialismus zeigten. Löffelmeier schildert das politisch-soziale Milieu des Vereins in der Weimarer Zeit, beschreibt den Prozess der Gleichschaltung und erinnert an die Schicksale der wenigen jüdischen Vereinsmitglieder.
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